19.02.2016

Brotauflauf mit Gemüse aus der Eifel- Küche.

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Brotauflauf aus der Eifel. Edyta Guhl.
 Langsam gehe ich in das alte Haus rein. Es riecht nach Tabak, altem Holz und leckerem Essen. Die Wirtin winkt mir freundlich zu: ,, Komm rein, es ist so kalt draussen. Gleich gibt es Supp“. Aus der Stube kommt lautes Männer-Lachen. ,,Hörst du? Genau wie die Hirsche bei Brunft“- lächelt sie schelmisch. Es ist Frühschoppen in der alten Dorfschänke. Das Bier fließt in Strömen, die Luft ist schwer vom Rauch und die Theke voll. Es wird viel erzählt. Von Gott und Welt, Arbeit und alten Traktoren, Nachbarn und Frauen. Gewöhnlicher Dorf- Klatsch. Und dann hörst du die schönsten Geschichten von früher. Über Kaffeeschmuggel und Zöllner, Belgier und Letzeburger, französische Besetzung und Krieg. Am liebsten hört man die Liebesgeschichten, wie diese von einem Soldat aus Bordeaux, der sich in ein Dorfmädchen verliebt hat und  nicht mehr zurück nach Frankreich wollte. Das Mädchen hat später nie geheiratet und noch heute wenn es von dem Franzosen erzählt, glänzen seine Augen wie die frischen Kastanien. Kompliziert sind die Menschenschicksale, so verwirrt und schmerzvoll...Das Telefon klingelt. Birgit* die Frau von Johann ist dran. Ich soll bitte ihren Mann ans Telefon rufen. Johann zeigt, er sei nicht da, aber Birgit ist hartnäckig und ich gebe ihm den Hörer. Man hört nur: ,,Ja, ja, ich komme, ich habe schon bezahlt...ja Birgit, reg dich net op“. Der männliche Stolz lässt den Johann nicht aufgeben, er zeigt eine kreisende Bewegung, es bedeutet: eine Lokalrunde. So kenne ich die Eifelaner: gesellig und mit großem Herz.
Die Kirchenglocke ruft zu Mittag. Aus der Küche zieht ein aromatischer Duft, das macht hungrig. Die Gäste bezahlen und machen sich auf den Weg. Endlich kann man essen. Heute gibt es ein Gericht aus den alten Zeiten. Ein Brotauflauf mit Gemüse. Ich kaue langsam, genieße das leckere Gericht und denke an den Franzosen aus Bordeaux, der nicht nach Hause wollte. Der Auflauf schmeckt gut und macht satt.

Ein Brotauflauf aus der Eifel-Küche:


Die Zutaten:

6-8 Brotscheiben ( Roggen-, Bauernbrot)
300 g Wirsing
1 Karotte
einen halben Petersilienwurzel
eine dicke Scheibe von einer Sellerieknolle
200 g Käse( Gouda, Emmentaler)

Die Soße:
1 Zwiebel
2 gehäufte EL Butter
gehäufter EL Mehl
250 g Gemüsebrühe
250 g Milch
Lieblingskräuter, gehackte Petersilie
30 g Käse, gerieben
etwas Butter für die Form

Die Zubereitung:

1. Die Brotscheiben toasten. Das Gemüse klein schneiden und kurz im heißen Wasser blanchieren. Rausholen und kalt abschrecken. Zwiebel schälen und klein würfeln. Butter in einem Topf erhitzen und Zwiebelwürfel darin 2-3 Minuten glasig dünsten. Dann das Mehl zugeben und 1-2 Minuten anschwitzen, ohne dass es Farbe annimmt. Unter Rühren Brühe und Milch zugießen. Soße bei schwacher Hitze ca. 5 Minuten köcheln. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mit Kräutern und Petersilie verfeinern.

2. Eine Auflaufform einfetten. Die getoasteten Brotscheiben und Gemüse in die Form geben. Die Soße drüber giessen, den geriebenen Käse und Kräuter drüber streuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad etwa 20 Minuten backen. Guten Hunger :-)

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Leckere Eifelküche. Brotauflauf.

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Brotauflauf mit Gemüse. Edyta Guhl.

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Damit alle satt werden. Eine zweite Backform.

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Vegetarische Rezepte. Edyta Guhl.

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Arme-Leute-Essen. Brotauflauf.
* Die dargestellten Personen sind für den Blog http://mein-dolcevita.blogspot.de frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind zwar an die Realität angelehnt, beziehen sich aber nicht auf konkrete Begebenheiten. Alle Personen, die ich auf irgendwelche Art und Weise verletzt habe, bitte um die Entschuldigung.
Edyta Guhl

Kommentare:

  1. Liebe Edyta,
    diese Art von Gemüseauflauf kenne ich noch gar nicht. Eine wunderbare Art, älteres Brot auf gesunde Art mit viel Gemüse zu verwerten. Dazu Dein herrliches Lokalkolorit, ich sehe förmlich die Menschen in ihrer Umgebung, vielen Dank.
    Liebe Grüße Sigrid

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  2. Liebe Sigrid, danke für Deinen netten Kommentar, man muss nicht immer die teuersten Zutaten kaufen, um etwas Leckeres zu kochen. Ich freue mich immer, wenn ich die Reste gut verwenden kann.
    Liebe Grüße und einen schönen Abend, Edyta

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